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6S im Labor | Sicherheit als 6. S

Sicherheit im Labor: Risiken früh erkennen, sichere Abläufe absichern, Verantwortung im Alltag verankern

Sicherheit ist im Labor kein Nebeneffekt guter Organisation, sondern eine eigenständige Aufgabe.

Genau deshalb wird die klassische 5S-Methode im Labor häufig zu 6S erweitert.
Das zusätzliche S steht für Safety und macht deutlich: Effizienz, Ordnung und Sauberkeit reichen allein nicht aus, wenn Risiken nicht systematisch erkannt und abgesichert werden.

Sicherheit gehört nicht an den Rand der Organisation. Sie muss in Arbeitsplätze, Abläufe, Kennzeichnungen, Routinen und Verantwortlichkeiten integriert sein – sichtbar, überprüfbar und im Alltag wirksam.

Was bedeutet Sicherheit im Labor?

Im 6S-System ergänzt Safety die fünf klassischen Schritte um eine gezielte Sicherheitsdimension. Dabei geht es nicht nur um formale Vorgaben, sondern um die Frage, wie Arbeitsplätze, Prozesse, Geräte und Materialien so gestaltet werden, dass sicheres Arbeiten im Alltag zuverlässig unterstützt wird. Dazu gehören klar abgesicherte Gefahrstoffbereiche, ergonomisch sinnvolle Abläufe, eindeutige Kennzeichnungen, sichere Wege, passende Schutzmaßnahmen und ein bewusster Umgang mit neuen Risiken durch Technik, Stoffe oder Prozessänderungen.

Woran man gute Sicherheit erkennt

Sicherheitsanforderungen sind sichtbar, verständlich und direkt in den Arbeitsablauf eingebunden. Zuständigkeiten sind klar, Risiken werden regelmäßig mitgedacht und Schutzmaßnahmen nicht nur dokumentiert, sondern tatsächlich angewendet. Gute Sicherheit zeigt sich daran, dass Abweichungen früh auffallen, Belastungen reduziert werden und Mitarbeitende im Alltag verlässlich sicher arbeiten können.

Typische Probleme ohne Sicherheit

Fehlt die Sicherheitsdimension im Laboralltag, werden Risiken oft erst dann sichtbar, wenn bereits etwas passiert ist. Unklare Regeln, schwach abgesicherte Bereiche und nicht beachtete Belastungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Fehler, Unsicherheit und vermeidbare Zwischenfälle.

Reaktive statt systematische Risikobetrachtung

Gefährdungen werden vor allem nach Vorfällen oder Beanstandungen bearbeitet. Dadurch bleiben alltägliche Risiken, schleichende Veränderungen und kleine Warnsignale zu lange unberücksichtigt.

Unklare Regeln und Verantwortlichkeiten

Wenn nicht eindeutig ist, wer prüft, freigibt, absichert oder meldet, entsteht Unsicherheit im Handeln. Sicherheitsregeln existieren dann oft auf dem Papier, aber nicht als belastbare Routine im Alltag.

Übersehene ergonomische und technische Belastungen

Ungünstige Greifräume, wiederkehrende Fehlhaltungen, schlecht platzierte Geräte oder unklare Bedienabläufe werden zu selten als Sicherheitsrisiko erkannt – obwohl sie Fehler, Überlastung und Störungen begünstigen.

Schwach abgesicherte Gefahrstoff- und Prozessbereiche

Gefahrstoffzonen, kritische Arbeitsbereiche oder neue Prozessrisiken sind nicht immer klar genug markiert, getrennt oder mit passenden Schutzmaßnahmen hinterlegt. Das erschwert sicheres Arbeiten und erhöht das Fehlerrisiko.

So setzen Sie Sicherheit in Ihrem Labor um

Sicherheit wird wirksam, wenn sie nicht separat neben dem Prozess läuft, sondern in den Prozess eingebaut wird. Ziel ist eine Labororganisation, in der Risiken systematisch erkannt, Schutzmaßnahmen klar geregelt und sicheres Verhalten im Alltag zuverlässig unterstützt werden.

1. Erfassen

Relevante Risiken im Labor strukturiert erfassen: Arbeitsplätze, Bewegungsflächen, Geräte, Stoffe, Schnittstellen, manuelle Tätigkeiten und typische Abweichungen gezielt betrachten – nicht nur einzelne Sonderfälle.

2. Integrieren

Sicherheitsaspekte direkt in 5S-, Arbeitsplatz- und Prozessgestaltung integrieren. Gute Ordnung, klare Platzierung und definierte Abläufe müssen so gestaltet sein, dass sie sicheres Arbeiten aktiv unterstützen.

3. Definieren

Klare Regeln für Schutzmaßnahmen, Kennzeichnungen, Freigaben, Prüfungen, Verhalten in kritischen Bereichen und den Umgang mit Abweichungen festlegen, damit Erwartungen eindeutig und verlässlich sind.

4. Abstimmen

Sicherheitsanforderungen zwischen Labor, Arbeitsschutz, Qualität, Technik und Führung abstimmen. So entstehen praxistaugliche Lösungen statt isolierter Einzelvorgaben, die im Alltag nicht greifen.

5. Mitprüfen

Sicherheit in Begehungen, 5S-Checks, Reinigungsroutinen, Freigaben und Auditvorbereitung mitprüfen. Risiken müssen regelmäßig mitgesehen werden – nicht erst, wenn ein gesonderter Termin ansteht.

6. Durchführen

Vereinbarte Schutzmaßnahmen, Prüfungen, Unterweisungen, Kennzeichnungen und Sicherungsroutinen konsequent im Alltag durchführen. Sicherheit entsteht erst durch verlässliche Anwendung.

7. Aufnehmen

Neue Risiken aus veränderten Prozessen, neuen Stoffen, Geräten, Layouts oder Arbeitsweisen systematisch aufnehmen und nachführen, damit das Sicherheitsniveau mit dem Labor mitwächst.

Nutzen und Effekte

Ein systematisch abgesichertes Labor verbessert nicht nur den Schutz von Mitarbeitenden. Es erhöht zugleich Prozessstabilität, Nachvollziehbarkeit, Regelkonformität und die Qualität der täglichen Arbeit. Sicherheit schafft Orientierung – und verhindert, dass Risiken erst unter Druck oder nach Zwischenfällen sichtbar werden.

Weniger Risiken und sicherere Abläufe

Gefährdungen werden früher erkannt und besser beherrscht, weil Sicherheitsaspekte direkt in Arbeitsplatzlogik, Prozesse und Routinen eingebaut sind.

Frühere Erkennung von Abweichungen

Technische, organisatorische und stoffbezogene Risiken fallen schneller auf, wenn Prüfroutinen, Kennzeichnungen und klare Zustände Sicherheit sichtbar machen.

Höhere Compliance und Auditfähigkeit

Klare Regeln, nachvollziehbare Verantwortlichkeiten und dokumentierte Schutzmaßnahmen stärken Regelkonformität, Freigabesicherheit und die Nachvollziehbarkeit im Audit.

Stärkere Sicherheitskultur im Alltag

Sicherheit wird nicht als Zusatzthema behandelt, sondern als selbstverständlicher Teil guter Laborarbeit. Das stärkt Aufmerksamkeit, Eigenverantwortung und die Bereitschaft, Risiken früh anzusprechen.

Sicherheit wird erst dann wirksam, wenn sie nicht nur gefordert, sondern im Alltag mitgeführt wird.

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