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5S im Labor | Schritt 1: Sortieren

Sortieren im Labor: Arbeitsflächen entlasten, Risiken reduzieren, Abläufe beschleunigen

Ein professionell organisierter Laborarbeitsplatz beginnt nicht mit neuen Produkten, sondern mit einer klaren Entscheidung: Was wird hier wirklich gebraucht – und was nicht?

Diese Seite erklärt, was „Sortieren“ im 5S-Kontext im Labor bedeutet, welche Probleme ohne klare Trennung von nötig und unnötig entstehen und wie Sie den ersten Schritt strukturiert umsetzen.

Sortieren schafft die Grundlage für sichere, schnelle und nachvollziehbare Abläufe im Labor. Entfernt werden nicht nur offensichtliche Altlasten, sondern auch alles, was Fläche bindet, Suchzeiten erzeugt oder Standards verwässert.

Was bedeutet Sortieren im Labor?

Sortieren ist der erste Schritt von 5S. Im Labor bedeutet das: Alle Gegenstände, Materialien, Hilfsmittel, Dokumente und Geräte werden systematisch daraufhin geprüft, ob sie für die aktuelle Arbeit tatsächlich erforderlich sind.

Ziel ist nicht maximale Leere, sondern klare Relevanz: Was regelmäßig benötigt wird, bleibt strukturiert verfügbar. Was veraltet, doppelt, defekt, leer oder unklar zugeordnet ist, wird entfernt, ausgelagert oder entschieden gekennzeichnet.

Woran man gute Sortierung erkennt

Arbeitsflächen sind frei für den eigentlichen Prozess. Verbrauchsmaterialien sind eindeutig zugeordnet. Geräte ohne Funktion oder Nutzen blockieren keine Fläche. Dubletten und Altbestände sind sichtbar reduziert.

Typische Probleme ohne Sortierung

Fehlende Sortierung zeigt sich selten nur optisch. Sie wirkt direkt auf Durchlauf, Sicherheit, Sauberkeit, Bestandsklarheit und die Belastung im Team.

Blockierte Arbeitsflächen

Unnötige Gegenstände belegen Stell- und Arbeitsflächen. Das erschwert sauberes Arbeiten und verhindert klare, reproduzierbare Abläufe.

Unnötige Materialbestände

Leere Verpackungen, Restmengen, nicht mehr genutzte Hilfsmittel oder veraltete Materialien bleiben im Umlauf und machen Bestände intransparent.

Höhere Sicherheitsrisiken

Defekte Geräte, ungekennzeichnete Stoffe oder falsch platzierte Arbeitsmittel erhöhen das Risiko für Fehler, Verwechslungen und kritische Situationen.

Mehr Suchaufwand und Reibung

Je mehr unnötiges Material vorhanden ist, desto länger dauern Orientierung, Reinigung, Sichtkontrolle, Übergaben und Einarbeitung.

So setzen Sie Sortieren in Ihrem Labor um

Entscheidend ist nicht nur das einmalige Aufräumen, sondern ein strukturierter Entscheidungsprozess. So wird aus Aktion eine belastbare Grundlage für die nächsten 5S-Schritte.

1. Erfassen

Arbeitsplatz, Schränke, Geräteflächen und Materialzonen vollständig aufnehmen – inklusive „unsichtbarer“ Ablagen, Reservebestände und Zwischenlager.

2. Prüfen

Für jeden Gegenstand klären: Wird er aktuell gebraucht? Wie häufig? Von wem? Für welchen Prozessschritt? Gibt es eine eindeutige Verantwortlichkeit?

3. Entfernen

Defekte, leere, veraltete oder nicht mehr freigegebene Gegenstände konsequent aus dem direkten Arbeitsumfeld entfernen.

4. Festlegen

Definieren, was am Arbeitsplatz verbleibt und in welcher Menge. Nur das Nötige bleibt direkt verfügbar – nachvollziehbar und standardisiert.

5. Auslagern

Selten benötigte, aber weiter relevante Gegenstände in klar definierte Reserve-, Archiv- oder Servicebereiche überführen.

6. Aussortieren absichern

Verantwortung, Freigaben und Entsorgungswege festlegen, damit aussortierte Materialien nicht später unbemerkt wieder in den Prozess zurückwandern.

Nutzen und Effekte

Richtig umgesetzt verbessert Sortieren nicht nur die Optik. Es schafft eine stabile Ausgangslage für Standardisierung, Materialfluss, Arbeitsplatzergonomie und nachhaltige Labororganisation.

Mehr nutzbare Fläche

Arbeits- und Abstellflächen stehen wieder für wertschöpfende Tätigkeiten zur Verfügung – nicht für Altlasten und Zufallsablagen.

Schnellere Abläufe

Weniger Suchzeiten, weniger Umgriffe und weniger Unterbrechungen entlasten den Alltag und erhöhen die Prozessgeschwindigkeit.

Bessere Sicherheit & Sauberkeit

Gefährdungen werden sichtbarer, Reinigungsstandards leichter einhaltbar und Abweichungen schneller erkennbar.

Klarere Einarbeitung & Standards

Neue Mitarbeitende finden sich schneller zurecht, weil sichtbar ist, was wohin gehört und was bewusst nicht am Arbeitsplatz bleibt.

Aus Sortieren wird erst dann Wirkung, wenn Entscheidungen konsequent umgesetzt und gehalten werden.

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