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5S im Labor | Schritt 2: Systematisieren

Systematisieren im Labor: feste Plätze schaffen, Suchzeiten senken, Abläufe stabilisieren

Ein aufgeräumter Arbeitsplatz allein reicht im Labor nicht aus. Entscheidend ist, dass jedes Arbeitsmittel dort liegt, wo es im Prozess tatsächlich gebraucht wird.

Diese Seite erklärt, was „Systematisieren“ im 5S-Kontext im Labor bedeutet, welche Probleme ohne feste Plätze und klare Zuordnung entstehen und wie Sie eine praxistaugliche Struktur für reibungslose Abläufe aufbauen.

Genau das leistet Systematisieren im Labor. Es schafft feste Plätze, klare Logiken und reibungslose Abläufe.

Was bedeutet Systematisieren im Labor?

Systematisieren, im 5S-Kontext Seiton, bedeutet die gezielte Anordnung aller Arbeitsmittel, die nach dem Sortieren am Arbeitsplatz verbleiben. Jedes Teil erhält einen eindeutig festgelegten Platz in unmittelbarer Nähe seiner Nutzung. Im Labor betrifft das zum Beispiel Analysegeräte, Pipetten, Glasgeräte, Handschuhe, Chemikalien, Kabel oder Hilfsmittel. Die Platzierung folgt nicht dem Zufall, sondern dem tatsächlichen Arbeitsablauf: Was zuerst gebraucht wird, liegt zuerst griffbereit. Ergänzt wird dieses Prinzip durch ein konsequentes Rückführen: Nach der Nutzung kommt jedes Arbeitsmittel wieder an seinen definierten Ort zurück.

Woran man gute Systematisierung erkennt

Benötigte Arbeitsmittel sind ohne Suchen erreichbar. Wege, Greifräume und Reihenfolgen entsprechen dem tatsächlichen Prozess. Gleichartige Materialien sind logisch gruppiert, sauber getrennt und sichtbar gekennzeichnet. Auch Vertretungen und neue Mitarbeitende erkennen sofort, was wohin gehört und wie der Arbeitsplatz genutzt wird.

Typische Probleme ohne Systematisieren

Ohne feste Plätze und klare Anordnung sind Materialien zwar vorhanden, aber nicht zuverlässig dort, wo sie im Prozess gebraucht werden. Das erzeugt Suchzeiten, Abweichungen und vermeidbare Reibung im Laboralltag.

Material am falschen Ort

Materialien liegen zwar im Raum, aber nicht am richtigen Ort. Wege werden länger, Übergaben unklarer und der Prozessfluss immer wieder unterbrochen.

Wiederkehrende Suchzeiten

Mitarbeitende suchen regelmäßig nach denselben Arbeitsmitteln, weil Lagerorte nicht eindeutig definiert oder nicht konsequent eingehalten werden.

Uneinheitliche Arbeitsweisen

Arbeitsabläufe unterscheiden sich stark von Person zu Person, wenn Anordnung, Reihenfolge und Griffzonen nicht standardisiert sind.

Verwechslungs- und Trennungsrisiken

Gefahrstoffe, Abfälle, Verbrauchsmaterialien oder Hilfsmittel sind unklar getrennt. Fehlende Kennzeichnungen begünstigen Verwechslungen und unsichere Zustände.

So setzen Sie Systematisieren in Ihrem Labor um

Systematisieren heißt nicht nur ordnen, sondern Plätze, Logik und Kennzeichnung so festzulegen, dass der Arbeitsplatz für alle Beteiligten gleich verständlich und zuverlässig nutzbar ist.

1. Anordnen

Arbeitsmittel nach Nutzungshäufigkeit, Greifraum und Prozessreihenfolge anordnen. Was oft und früh gebraucht wird, liegt direkt erreichbar.

2. Definieren

Für jedes Arbeitsmittel einen festen Platz und klare Mengenlogik festlegen. Nur so wird aus Gewohnheit ein verlässlicher Standard.

3. Platzieren

Geräte, Hilfsmittel und Materialien dort platzieren, wo sie im Arbeitsablauf tatsächlich verwendet werden – nicht dort, wo zufällig Platz frei ist.

4. Strukturieren

Schubladen, Stellflächen, Halterungen, Regale und Arbeitszonen so aufbauen, dass Entnahme, Nutzung und Rückführung eindeutig erfolgen.

5. Gruppieren

Zusammengehörige Materialien und Werkzeuge logisch bündeln, damit der Zusammenhang im Prozess sichtbar bleibt und Umgriffe reduziert werden.

6. Trennen

Gefahrstoffe, Abfälle, Ersatzteile, Verbrauchsmaterialien und persönliche Hilfsmittel sauber voneinander trennen, um Verwechslungen zu vermeiden.

7. Kennzeichnen

Plätze, Behälter, Entnahmepunkte und Flächen sichtbar kennzeichnen, damit der Soll-Zustand im Alltag sofort erkennbar und leicht einhaltbar bleibt.

Nutzen und Effekte

Systematisieren im Labor reduziert Suchzeiten, Laufwege und Unterbrechungen deutlich. Arbeitsabläufe werden flüssiger, reproduzierbarer und für alle Beteiligten transparenter.

Weniger Suchzeiten & Unterbrechungen

Benötigte Arbeitsmittel sind schnell auffindbar. Das spart Zeit, reduziert Laufwege und hält den Prozess in Bewegung.

Stabilere und transparentere Abläufe

Klare Plätze und eindeutige Zuordnung machen Arbeitsabläufe nachvollziehbar, reproduzierbar und teamübergreifend verständlich.

Mehr Sicherheit & Regelkonformität

Wer Materialien logisch platziert, sauber trennt und eindeutig kennzeichnet, senkt das Risiko von Verwechslungen, Fehlgriffen und unsicheren Zuständen.

Bessere Grundlage für den nächsten 5S-Schritt

Sind Arbeitsmittel klar angeordnet und jederzeit auffindbar, lässt sich der erreichte Zustand im nächsten Schritt dauerhaft sichtbar und sicher halten.

Systematisieren macht gute Organisation im Labor alltagstauglich.

Erst wenn Arbeitsmittel einen festen Platz haben und zuverlässig zurückgeführt werden, entstehen klare Abläufe, weniger Reibung und eine belastbare Basis für weitere 5S-Schritte.

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